Elemente einer IoT-Strategie

Strategien sind für Unternehmen unverzichtbar. Denn sie weisen den Weg ans Ziel und lassen Visionen Realität werden. Das galt schon immer. Wie wichtig Strategien sind, macht seit ein paar Jahren das Internet of Things sehr deutlich: Ohne eine klare Idee davon, wie sie sich digital transformieren wollen, fällt es den Unternehmen schwer, einzelne Projekte zu realisieren. Es fällt ihnen auch schwer, überhaupt eine IoT-Strategie zu entwickeln. Und das ist kein Wunder. Denn schließlich ist das Feld für alle Beteiligten komplett neu – erprobte Blueprints oder Best Practices gibt es bislang kaum. Das meiste müssen sich die Unternehmen erst erarbeiten. Die Frage ist nur, wie das am besten geht und aus welchen Elementen eine IoT-Strategie besteht.

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten, eine IoT-Strategie zu entwickeln. Entweder zeichnen Unternehmen zunächst ein Big Picture, das alle Aspekte der Transformation berücksichtigt. Konkrete Projekte werden dann aus diesem Gesamtbild abgeleitet. Sinnvoll ist diese Vorgehen vor allem dann, wenn sich das Geschäftsmodell radikal ändert –beispielsweise digitale Services ein zentraler Bestandteil werden – oder die Geschäftsprozesse massiv angepasst werden. Oder Unternehmen starten zunächst mit den ersten Projekten, sammeln Erfahrungen und erleben den Nutzen der neuen Technologien in der Praxis. Während sie diese Lernkurve durchlaufen, formulieren die Beteiligten dann inkrementell die Strategie – die aber irgendwann einmal verbindlich festgelegt werden muss.

Inside-out versus Outside-in

Auf welche Weise die Strategie auch entwickelt wird – eine wesentliche inhaltliche Komponente ist die Definition eines Implementierungsansatzes. Auch dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. In Europa dominiert der Inside-out-Ansatz. Dabei werden alle Prozesse vollständig eingeführt und sauber integriert. Erst danach erfolgt der Go-live. Der Vorteil: Wenn das Projekt abgeschlossen ist, läuft alles reibungslos. Fraglich ist allerdings, ob dieser Ansatz gut in eine Zeit passt, in der in immer kürzeren Zyklen neue Devices, Anwendungen und Systeme verfügbar sind und sich die Anforderungen der Kunden rasant wandeln.

Beim Outside-in-Ansatz, der in den USA bestimmend ist, werden dagegen einzelne – auch kleinere – Projekte realisiert und innovative Technologien punktuell und rasch eingeführt. Wenn sich eine Implementierung als erfolgreich erweist, werden die dazugehörigen Prozesse integriert. Bleibt der Erfolg aus, wird etwas anderes probiert. Verbunden ist damit ein ungeheurer Gewinn an Agilität. Unternehmen behaupten sich so gegen die disruptive Kraft der Digitalisierung und sind sogar selbst in der Lage, Märkte zu verändern. Wer sich für den Outside-in-Ansatz entscheidet, muss sich aber bewusst machen: Ein Teil der Ideen wird nicht über die Pilotphase hinaus weiterverfolgt werden. Und das erfordert eine neue Fehlerkultur.

Mit Design Thinking Innovationen schaffen

Bevor Ideen implementiert werden können, müssen sie in jedem Fall erst ausgedacht werden. Die Unternehmen stehen also vor der Frage, wie sie Innovationen für das Internet of Things kreieren können. Eine ergiebige Methode ist hier Design Thinking. Interdisziplinäre Teams – bestehend aus Mitarbeitern des direkt beteiligten Fachbereichs, Mitarbeitern angrenzender Fachbereiche, Mitarbeitern der IT sowie Mitgliedern des Managements – bringen ihre spezifischen Anforderungen, ihr spezifisches Wissen und ihre spezifischen Fähigkeiten ein. Sie sind aufgefordert, sich von den üblichen Denkweisen zu lösen und weit über den Tellerrand zu blicken. Wichtig ist dabei erst einmal nur, was der Kunde beziehungsweise der Anwender sich wünscht. Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und alle anderen beschränkenden Faktoren spielen keine Rolle. Auf diese Weise wird ein hoher Grad an Kreativität freigesetzt und entstehen Ideen, an die zuvor noch niemand gedacht hat.

Gliedern lässt sich der Design-Thinking-Prozess in sechs Schritte:

  1. Verstehen
  2. Beobachten
  3. Einen Standpunkt einnehmen
  4. Ideen und Lösungen finden
  5. Prototypen erstellen
  6. Prototyp testen

Das Commitment des Managements ist entscheidend

Eine IoT-Strategie zu formulieren und zu etablieren, ist ohne Frage eine anspruchsvolle Aufgabe. Und ohne die Unterstützung des Managements wird jedes Engagement früher oder später im Sand verlaufen. Natürlich, auch Projekte, die am Management vorbei realisiert werden, können erfolgreich sein. Das volle Potenzial nutzen Unternehmen aber nur dann, wenn alle Projekte in eine übergreifende IoT-Strategie eingebettet sind. Und die wiederum muss zur Strategie des gesamten Unternehmens passen.

Alles in Allem – fünf Elemente sind zentral für eine IoT-Strategie:

  1. Die Unterstützung des Managements sichern
  2. Mitarbeitern aus allen Bereichen und Hierarchiestufen einbinden
  3. Mit Design Thinking über den Tellerrand blicken
  4. Mit einer klaren Vision starten und inkrementell voranschreiten
  5. Innovationen zulassen, die sich als Fehler herausstellen könnten

Hans Rauwolf
Leitung Branchenmanagement Prozessindustrie
itelligence AG

Video: IoT Expertenrunde [Englisch]

Verschaffen Sie sich einen noch besseren Überblick über die Elemente einer Internet of Things-Strategie. Unsere globalen IoT Architects von itelligence diskutieren über die Bedeutung, die aktuelle Situation in den Märkten, die Design Thinking Methodik und den Haupttreiber von IoT innerhalb einer Organisation.

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Ansprechpartner

Hans Rauwolf
Leitung Geschäftsfeld Industrie 4.0 / IoT

Telefon:
+49 800 480800-7


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